Conny Panzer "Beautiful Friends"

Wann und mit welcher Motivation hast du gegründet?

Nach meinem Abitur machte ich den Abschluss als Restaurantfachfrau. Um neben dem BWL-Studium Geld zu verdienen, musste ich notgedrungen zum Call Center. Letztlich war ich dort über 10 Jahre beschäftigt, und habe mich vom Agenten über Teamleiter bis hin zur Projektleiterin und Standortleiterin weiterentwickelt. Nebenbei habe ich über die IHK Cottbus einen zweiten Berufsabschluss als Kauffrau für Dialogmarketing erfolgreich abgeschlossen. Der Job hat mir Spaß gemacht, ich war immer flexibel mit den Arbeitszeiten.

Aufgewachsen bin ich mit zwei Hunden und später hatte ich zwei Katzen.

Drei Jahre lang habe ich den Gedanken reifen lassen, mich nochmal ganz neu aufzustellen. Ich wollte selber entscheiden und manche Dinge anders angehen. Also schaute ich mich um, aber so richtig hat erst Corona den Anstoß gegeben. Dass es ein Hundesalon werden würde, war mir direkt klar. Also begann ich mich zu informieren, suchte mir eine für mich professionelle Ausbilderin, lernte autodidaktisch und probierte aus. Man muss wissen: Als Hundefriseur kann sich jede:r ausbilden lassen, selber mitbringen muss man Empathie und Talent. Im November 2021 bis Januar 2022 bereitete ich mich mit meiner Ausbildung zum Hundefriseur auf alles vor. Ursprünglich wollte ich zum 1. Februar 2022 starten, jedoch haben die Räumlichkeiten nicht gepasst. Im März bekam ich den Kredit, sodass ich am 1. April in die Räume in der Neustädter Str. 9 einziehen konnte und umgebaut habe. Am 1. Mai habe ich meinen „Beautiful Friends“ Hundesalon dann endlich eröffnen können.

 

Was genau machst du? Mit welchem Wunsch kommen die Kund:innen zu dir?

In meinem „Beatiful Friends“ Hundesalon bin ich spezialisiert auf die Technik des Handtrimmens und Handschneidens, wodurch ich individueller auf Körperformen und Balancen bei Hunden eingehen kann. Es ist ein Handwerk, das ich liebe. Durch das Handtrimmen sind ein natürliches Gesamtbild, Schnitt und natürliche Farben möglich. Aber auch das Baden, Auswollen, Entfilzen, Krallenschneiden, Ohrensäubern und Entfernen der Tränensteine gehört zu meinen Aufgaben. Den Hundesalon können alle Hunderassen besuchen kommen. Auch ein Welpeneingewöhnungstraining biete ich an.

Meine Kund:innen kommen sogar bis aus Berlin, meistens alle acht Wochen bis drei Monate. Am Anfang gibt es bei mir immer ein ausführliches Kundengespräch. Gern gebe ich auch Informationsblätter mit, mit Infos für bestimmte Verhaltensweisen und Erklärungen.

Kurzfristige Termine können auf meiner Webseite immer aktuell gefunden werden.

 

Wie konnte dir die Zukunft Lausitz bei deiner Gründung helfen?

Mein großes Thema war Kreditvergabe, den Businessplan hatte ich schon fertig, als mir mein Bankberater die Zukunft Lausitz empfohlen hat. Hier wurde ich direkt unterstützt. Beim Businessplan haben wir dann die Form angepasst und die Angaben etwas transparenter gestaltet. Außerdem haben wir Ausgaben ergänzt, die ich gar nicht im Blick hatte. Insgesamt war es eine spannende Zeit, da ich auch beim DC mitgemacht habe. Den erstellten Liquiditätsplan nutze ich heute noch. Auch im Nachhinein darf ich noch Fragen stellen und bekomme Hilfe von meinem Coach.

 

Was ist das Schönste an deinem Job?

Ich treffe meine eigenen Entscheidungen, kann mit vielen verschiedenen Hunden (jede Größe, jedes Alter, verschiedene Felle usw.) arbeiten, und das auf eine kreative Art. Die Anzahl der Kund:innen pro Tag kann ich dabei immer selbst festlegen.

Ich sehe, was ich leiste, was vorher nicht so war. Jetzt werde ich auch körperlich gefordert.

Der Vorher-Nachher-Effekt begeistert mich immer wieder. Das Beobachten der Hunde kann mir auch viel erklären. Ich kann mich bei der Arbeit super entspannen und konzentrieren. Mittlerweile hat sich meine Work-Life-Balance gut eingepegelt. Gern entwickle ich mich weiter, um auf dem neuesten Stand zu sein. Hierfür bin ich der DGV, Deutsche Groomer Vereinigung, beigetreten.

Ich bin erstaunt über die gegenseitige Unterstützung der anderen Kolleg:innen in der Stadt, diese leiten Anfragen an mich weiter, wenn sie selbst keine Neukund:innen mehr annehmen können.

 

Hast du Tipps für andere Gründer:innen?

Eine gesunde Nervosität ist total in Ordnung, aber bitte lasst euch nicht von der Angst einschränken. Und lasst euch von anderen nicht zu sehr reinreden. Am besten einfach machen – es kann nichts passieren, es kann nur gut werden. Denn sonst bereut ihr das am Ende nur und stellt euch die Frage: „Wie wäre es gewesen?“

 

 

Nur das Beste für deinen Kumpanen!