ASG wirbt im Herzen von Spremberg
Bürgermeisterin Christine Herntier besuchte ASG-Chef Roland Peine im neuen Büro.Foto: René Wappler

Mit den Investoren hat die ASG vorerst Vertraulichkeit vereinbart, wie Geschäftsführer Roland Peine mitteilt. "Zu gegebener Zeit" wolle die ASG Details zu den Plänen bekannt geben, jetzt sei es dafür jedoch zu früh.

Dabei orientiert sich der Wirtschaftsförderer gleich in mehrere Richtungen. So weihte er am Freitag sein Büro in der Langen Straße 18 ein. Dort finden Unternehmer Hilfe, die geeignete Flächen suchen und neue Geschäftsmodelle konzipieren wollen. Wie ASG-Mitarbeiter Arved Obst berichtet, haben schon erste Gäste das Büro besucht: "Ein Unternehmer aus der Grünwesenbranche erkundigte sich nach der Wirtschaftslage in der Spremberger Region", sagt er. "Ein anderer Gast bot uns seine Hilfe bei den Kontakten zu den russischen Partnern an." Schließlich will die ASG mit der neuen Spremberger Partnerstadt Schelesnogorsk zusammenarbeiten – vor allem bei der Wasserwirtschaft, dem Maschinenbau und der Verarbeitung von Lebensmitteln. Als "Russlandbeauftragten" bezeichnet Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) den früheren Geschäftsführer der ASG, Gerhard Hänel. "Das ist durchaus ernst gemeint", versichert er. Bereits im September werden nach seinen Worten russische Firmen der Stadt Spremberg einen Besuch abstatten, und für den Oktober ist wiederum ein Besuch deutscher Unternehmer aus der Wasserwirtschaft in Russland vorgesehen. "Dabei haben wir auch die brandenburgische und sächsische Lausitz insgesamt im Blick", sagt Gerhard Hänel. Denn von der Kooperation könnte nicht nur die Stadt Spremberg profitieren. Auch die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) sagt: "Wir tragen uns ja schon lange mit dem Gedanken, dass die Partnerschaft mit der Kursker Region wachsen sollte."

Das Spremberger Stadtoberhaupt Christine Herntier freut sich unterdessen darüber, "dass die ASG ihr neues Büro so dicht am Rathaus eingerichtet hat". Wenige Meter entfernt befindet sich auch das Bekleidungsgeschäft des Unternehmers Ronny Schuster, der für starkes Selbstbewusstsein plädiert: "Wir sind Spremberg, wir haben was zu bieten – das müssen wir als Stadt nach außen tragen."

Dies kann Gerd Hänel für die ASG mit Zahlen belegen: 160 Millionen Euro hat das Unternehmen bisher in den Industriepark Schwarze Pumpe mit seinen fast 5000 Arbeitsplätzen investiert, wie der frühere Geschäftsführer anmerkt. Die Bürgermeisterin sagt dazu: "Das muss uns erst mal eine Wirtschaftsförderung in der Region nachmachen."

Vielleicht handelt es sich tatsächlich um einen Freudschen Versprecher, als Marcel Linge vom Cottbuser Gründungszentrum Zukunft Lausitz auf die Ausstellung hinweist, die nun im ASG-Büro zu sehen ist: "Wenn Sie Fragen zu den einzelnen Künstlern, nein, Gründern haben, die hier vorgestellt werden, wenden Sie sich an mich."

Denn die Wirtschaftsförderung für eine umbrucherprobte Region wie die Lausitz kann mitunter schon wie ein Kunststück anmuten. Der Dienstleistungsvertrag für die ASG beschreibt ehrgeizige Aufgaben, zugeschnitten auf Spremberg und Spreetal, auf der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Vorgesehen sind demnach Projekte zum Verwerten der Braunkohle für die metallurgische Industrie, Baustoffindustrie und Feinchemie. Der Wirtschaftsförderer soll sich darüber hinaus mit neuen Verfahren zum Gewinnen und Speichern von Energie befassen, die ebenfalls einen Platz im Industriepark Schwarze Pumpe finden könnten. Ein Ausbau der Netzwerke mit Industrieverbänden zählt ebenfalls zu seinen Zielen.